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Theologie der reformatorischen Bekenntnisschriften

Notger Slenczka, Theologie der reformatorischen Bekenntnisschriften. Einheit und Anspruch, Evangelische Verlagsanstalt Leipzig 2020, 735 S., gebunden, 68€, ISBN 978-3-374-96531-8

Wenn ein Autor von sich aus einräumt, dass sein Buch „zu lang“ (92) ist, und wenn dieser Autor schon beim Schreiben weiß, dass ihm das „den Ruf der Bekenntnisorthodoxie“ (686) einbringen wird, dann kann ein Rezensent zugestehen, dass der Autor schlichtweg Recht hat.

Das Buch des Berliner Systematischen Theologen Notger Slenczka über die Theologie der reformatorischen Bekenntnisschriften liest sich nicht nebenbei, sondern will erarbeitet sein. Aber wer sich an diese Arbeit macht, wird vieles über die Bekenntnisse der Reformationszeit lernen – und vieles über den heutigen Umgang damit. Es lohnt sich also, Slenczkas Buch zu lesen, es lohnt sich aber auch – das sei hinzugefügt – ihm zu widersprechen.

Für Studierende der Theologie (und diejenigen, die ihre Studienkenntnisse auffrischen wollen) ist es ein präzises Lehrbuch über die historischen Hintergründe und vor allem die theologischen Aussagen der Bekenntnisschriften des 16. Jahrhunderts. Sorgfältig mit Literatur belegt (vgl. z.B. 621. 630), didaktisch mit Zusammenfassungen versehen, hilfreich mit Registern ergänzt.

Für manche Lutheraner mag es eine Anfechtung sein, dass die Theologie der reformierten Bekenntnisschriften nicht nur „hochinteressant“ (509) ist, sondern dass Slenczka (den der Vorwurf der lutherischen Bekenntnisorthodoxie hier verfehlt) das Wahrheitsmoment reformierter Theologie und damit einen normativen Anspruch auch der reformierten Bekenntnisse anerkennt. Das gilt auch für sein (gewandeltes) Verhältnis zur Barmer Theologischen Erklärung. Anders die traditionelle lutherische Theologie und Kirchlichkeit kommt Slenczka zu dem Schluss, es sei „sinnvoll und wohlgetan, die Entscheidung von Barmen als Bekenntnisgrundlage auch für die lutherischen Kirchen zu übernehmen“ (639). Das alles ist für den Unierten höchst erfreulich.

Für alle diejenigen, die damit ringen, welche Bedeutung 500 Jahre alte Texte für den heutigen Glauben und die heutige Kirche haben, ist das Buch eine Hilfe zum Verstehen. Slenczka erkennt an, dass der normative Anspruch der reformatorischen Bekenntnisschriften gegenwärtig „faktisch fiktiv“ (76) ist. Allen Kirchenordnungsaussagen (auch in Westfalen) und allen theologischen Formeln („norma normata“) zum Trotz. Slenczka weicht dem nicht aus – weder zu einem trotzigen Festhalten an traditionellen Lehrformeln, noch zu einem resignierten Verzicht auf die Bekenntnisse. Seine Lösung ist eine neuprotestantische Klärung des Bekenntnisverständnisses, das eben „keine Glaubensnorm“ (257) für den einzelnen Christenmenschen und keine Auflistung christlicher Lehraussagen sei, die man Wort für Wort als Realität zu glauben habe. Der Mensch benötige dringend den „Zuspruch der Freiheit von der Macht des Teufels“ (608) in Gestalt von Gesetz und Evangelium, denn Slenczka hält persönlich „in der Tat die Anfechtungserfahrung Luthers für das mit der menschlichen Existenz gestellte Grundproblem“ (712). Dass für ihn an anderer Stelle „die Anerkennung der schlechthinnigen Abhängigkeit des Menschen das Zentrum darstellt“ (91), zeigt sein Selbstverständnis als „ein Lutheraner, der zu viel Schleiermacher gelesen hat“ (33).

Die Bekenntnisschriften helfen, die „Mitte der Schrift“ (257) im Evangelium von der Person Jesu Christi, im Vertrauen auf sein Heilswerk und im Verzicht auf das eigene (Glaubens-)Werk zu erkennen. Insofern sind die Bekenntnisse „als präzisierende Lesehilfe“ (706) der Bibel methodisch sogar vorgeordnet, obwohl sie ihr natürlich inhaltlich nachgeordnet sind. Die methodische Vorordnung – so Slenczka bekenntnisorthodox im Anschluss an Werner Elert – gelte dabei nicht für die einzelnen Christenmenschen, sondern vor allem und so gut wie ausschließlich für die ordinierten Amtsträger. Die Bekenntnisse seien Norm für die Verkündigung der Pfarrerinnen und Pfarrer – nicht für den individuellen Glauben der Gemeindeglieder oder für das liturgische Nachsprechen im Gottesdienst. Das entlastet von der empfundenen Verpflichtung, alle Bekenntnisaussagen lehrhaft für sich übernehmen zu müssen, auch wenn der eigene Glaube beispielsweise mit der Jungfrauengeburt so seine Schwierigkeiten hat.

Zu dieser Lösung kommt Slenczka aber nur, indem er aus den Bekenntnisschriften einige besonders hervorhebt und andere vernachlässigt. Im Zentrum stehen für ihn das Augsburger Bekenntnis, dessen Apologie und die Konkordienformel. Kaum in den Blick nimmt er die drei altkirchlichen Bekenntnisse (die ja explizit in den Kanon lutherischer Bekenntnisschriften gehören und von denen zumindest das Apostolikum regelmäßig im Gottesdienst gesprochen wird). Auch die Katechismen Luthers und den Heidelberger Katechismus behandelt er zwar auf immerhin 50 Seiten, lässt sie aber (möglicherweise gerade wegen ihrer Bedeutung für die Glaubenspraxis der Gemeindeglieder) bewusst als Bekenntnisschriften sui generis aus seiner Deutung heraus.

Von hier aus würde eine kirchenordnende Regelung wie in Westfalen unmöglich, in der der Bekenntnisstand der Gemeinde vorgeordnet ist gegenüber der Bekenntniszuordnung, auf die sich Pfarrerinnen und Pfarrer ordinieren lassen. Die von Schleiermacher und seinem Unionsverständnis geprägte rheinisch-westfälische Kirchenordnung und ihre Theologie haben sich mit guten Gründen, unter Beachtung der Frömmigkeitsprägung und nicht ohne geschichtliche Wirkung für ein anderes Verhältnis von Gemeinde und Amt, von Schrift und Bekenntnis sowie von Bekenntnisschriften und aktuellem Bekennen entschieden. Dies zeigt auf, dass der Sinn und Gehalt des normativen Anspruchs der Bekenntnisse der reformatorischen Kirchen auch anders bestimmt werden kann, als Slenczka es tut.  Dass der Autor dies sichtlich weiß, nötigt dem Rezensenten Respekt ab. Und dieser Respekt gilt trotz allem (Teil-)Widerspruch auch dem Reichtum des dargebotenen Materials und der Konsequenz der theologischen Argumente.

(erscheint demnächst im Kirchlichen Amtsblatt der Evangelischen Kirche von Westfalen)

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Bücher und Aufsätze

die die Welt unbedingt braucht

Monographie:

Herausgaben:

  • zusammen mit Athina Lexutt (Hg.), Kaum zu glauben. Von der Häresie und dem Umgang mit ihr (AThG 5), Rheinbach 1998.
  • zusammen mit Matthias Benad (Hg.), Bethels Mission (3). Mutterhaus, Mission und Pflege (BWKG 25), Bielefeld 2003.
  • zusammen mit Andreas Mühling (Hg.), Confessio. Bekenntnis und Bekenntnisrezeption in der Neuzeit. Festschrift Heiner Faulenbach zum 65. Geburtstag, Zug 2003.
  • zusammen mit Jörg Schmidt (Hg.), Johannes Calvin 1509-1564. Person, Werk und Wirkung. Zwei Ausstellungen, o.O. [Hannover] 2009.
  • zusammen mit Christian Ammer / Martin Heimbucher (Hg.), Herausforderung Menschenwürde. Beiträge zum interdisziplinären Gespräch (Evangelische Impulse 2), Neukirchen-Vluyn 2010.
  • in Verbindung mit Andreas Mühling / Peter Opitz u.a. (Hg. i.A. der Evangelischen Kirche in Deutschland), Reformierte Bekenntnisschriften [seit Bd. 3/1 (1570-1599)], Neukirchen-Vluyn / Göttingen 2012ff.
  • zusammen mit Michael Weinrich, Ulrich Möller, Heike Koch (Hg.), Kirchen in Gemeinschaft – Kirchengemeinschaft? Impulse der Leuenberger Konkordie für die ökumenische Zukunft, Neukirchen-Vluyn 2014.
  • zusammen mit Matthias Nagel (Hg.), Ein bisschen Frieden. Schlager und Kirche im Gespräch, Bielefeld 2014.
  • zusammen mit Annette Kurschus (Hg.), Die Entdeckung des Individuums? Wie die Reformation die Moderne geprägt hat, Bielefeld 2017.

Gremientexte:

  • Kirchenamt der EKD (Hg.), Weltentstehung, Evolutionstheorie und Schöpfungsglaube in der Schule. Eine Orientierungshilfe des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD-Texte 94) [Hannover 2008].
    (https://www.ekd.de/ekdtext_94.htm)
  • 75 Jahre Barmer Theologische Erklärung. Eine Arbeitshilfe zum 31. Mai 2009, hg. v. Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland / Amt der Union Evangelischer Kirchen in der EKD / Amt der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands, [Hannover 2009]
    (https://www.ekd.de/ekd_de/ds_doc/EKDBarmen.pdf)
  • Kirchenamt der EKD (Hg. i.A. des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland), Der Gottesdienst. Eine Orientierungshilfe zu Verständnis und Praxis des Gottesdienstes in der evangelischen Kirche, hg. v. Kirchenamt der EKD, Gütersloh 2009.
    (https://www.ekd.de/der_gottesdienst.htm)
  • Kirchenamt der EKD (Hg.), Soll das Augsburger Bekenntnis Grundbekenntnis der Evangelischen Kirche in Deutschland werden? Ein Votum der Kammer der Evangelischen Kirche in Deutschland für Theologie (EKD-Texte103) [Hannover 2009].
    (https://www.ekd.de/ekdtext_103.htm)
  • Kirchenamt der EKD (Hg.), Die Bedeutung der wissenschaftlichen Theologie in Gesellschaft, Universität und Kirche. Ein Beitrag der Kammer der Evangelischen Kirche in Deutschland für Theologie (EKD-Texte 104) [Hannover 2009].
    (https://www.ekd.de/ekdtext_104.htm)
  • Michael Beintker / Martin Heimbucher (Hg.), Mit Gott reden – von Gott reden. Das Personsein des dreieinigen Gottes. Ein Votum des Theologischen Ausschusses der Union Evangelischer Kirchen (UEK) in der EKD (Evangelische Impulse 3), Neukirchen-Vluyn 2011
  • Kirchenamt der EKD (Hg.), Für uns gestorben. Die Bedeutung von Leiden und Sterben Jesu Christi. Ein Grundlagentext des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Gütersloh 2015.
    (https://www.ekd.de/fuer_uns_gestorben.htm)
  • Kirchenamt der EKD (Hg.), Christlicher Glaube und religiöse Vielfalt in evangelischer Perspektive. Ein Grundlagentext des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Gütersloh 2015.
    (https://www.ekd.de/christlicher_glaube.htm)
  • Michael Beintker / Martin Evang (Hg.), Kirchengemeinschaft leben und gestalten. Ein Votum des Theologischen Ausschusses der Union Evangelischer Kirchen (UEK) in der EKD (Evangelische Impulse 6), Neukirchen-Vluyn 2016.
  • Michael Beintker / Albrecht Philipps (Hg.), Gottes Handeln in der Erfahrung des Glaubens. Ein Votum des Theologischen Ausschusses der Union Evangelischer Kirchen (UEK) in der EKD (Evangelische Impulse 9), Göttingen 2021 [erscheint demnächst].

Aufsätze:

  • „Wir verwerfen die falsche Lehre.“ – „Wir kennen kein damnamus.“ Der deutsch-christliche Umgang mit Häresie, in: Athina Lexutt / Vicco von Bülow (Hg.), Kaum zu glauben. Von der Häresie und dem Umgang mit ihr (AThG 5), Rheinbach 1998, 195-217.
  • „Keinem der theologischen Zeitgenossen so tief verpflichtet […] wie Karl Barth“? Zur Beziehung von Otto Weber und Karl Barth, in: RKZ 140 (1999), 75-82.
  • „Das Lebensgefühl unserer Zeit als Frage an die Kirche.“ Der Theologe Otto Weber im Nationalsozialismus, in: Georg Denzler / Leonore Siegele-Wenschkewitz (Hg.) unter Mitarbeit von Vicco von Bülow, Theologische Wissenschaft im „Dritten Reich“. Ein ökumenisches Projekt (ArTe 110), Frankfurt am Main 2000, 136-150.
  • „Der Mann mit dem „Bombenschuss.“ Hans Joachim Iwand (1899-1960) – Lutherforscher und Theologe im Widerstand der Bekennenden Kirche, in: WuD 26 (2001), 249-269.
  • „Hier gibt sich […] kund ein Handeln der reformierten Kirche Deutschlands.“ Ein kurzer Abriß der Geschichte der Theologischen Schule Elberfeld unter besonderer Berücksichtigung ihrer Anfangsjahre 1928-1932, in: Harm Klueting / Jan Rohls (Hg.), Reformierte Retrospektiven. Vorträge der zweiten Emder Tagung zur Geschichte des reformierten Protestantismus (EBzrP 4), Wuppertal 2001, 277-289.
  • „Damals war vieles neu.“ Zum 100. Geburtstag von Otto Weber am 4. Juni 2002, in: DtPfrBl 102 (2002), 260-264.
    (https://www.pfarrerverband.de/pfarrerblatt/archiv?tx_pvpfarrerblatt_pi1%5Baction%5D=show&tx_pvpfarrerblatt_pi1%5Bcontroller%5D=Item&tx_pvpfarrerblatt_pi1%5Bitem%5D=963&cHash=70562815f4afea9d831e0a7137ff48fb)
  • „Eine hörenswerte und auf Gehör rechnende Stimme“. Der Einfluss pietistisch-erwecklicher Theologie auf Otto Weber, in: Georg Plasger (Hg.), Otto Weber: Impulse und Anfragen (EBzrP 6), Wuppertal 2002, 13-32.
  • Das Apostolikum in der Aufklärung – oder: „Ich muß auch dabey seyn“, in: Vicco von Bülow / Andreas Mühling (Hg.), Confessio. Bekenntnis und Bekenntnisrezeption in der Neuzeit. Festschrift Heiner Faulenbach zum 65. Geburtstag, Zug 2003, 29-61.
  • zusammen mit Stefan Schorch: Isac Leo Seeligmanns „Voraussetzungen der Midraschexegese“ als Klassiker der alttestamentlichen Forschung und als zeitgeschichtliches Dokument, in: WuD 27 (2003), 147-159.
  • Spuren des Patronats – auch in westfälischen Archiven, in: Archivmitteilungen der Westfälischen Kirche, hg. v. Landeskirchlichen Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen, Nr. 12/13 (2002/2003), 83-93.
    (https://www.archiv-ekvw.de/fileadmin/mcs/archiv_ekvw/archivmitteilungen/Archivmitteilungen_12_13_2002_2003.pdf)
  • Das Patronat – keine reformierte Unmöglichkeit! Zur Geschichte des Patronats in reformierten Kirchen, in: J. Marius J. Lange van Ravenswaay / Hermann Selderhuis (Hg.), Spurensuche. Vorträge der vierten Emder Tagung zur Geschichte des reformierten Protestantismus (EBzrP 8), Wuppertal 2004, 29-36.
  • Das ungeliebte Erbe? Der Übergang klösterlicher Patronate auf den Staat im Gefolge der Säkularisation von 1803, in: JWKG 99 (2004), 289-310.
  • Verordnete Toleranz. Ein kurzer Durchgang durch die Geschichte religiöser Duldungsedikte, in: WuD 28 (2005), 183-191.
  • „Nachricht vom Zustande der Evangelisch-Reformierten Kirche von Schwerte“ – Verhandlungen über das Patronat im Jahr 1715, in: Claudia Brack / Johannes Burkardt / Wolfgang Günther / Jens Murken (Hg.), Kirchenarchiv mit Zukunft. Festschrift für Bernd Hey zum 65. Geburtstag, Bielefeld 2007, 59-68.
  • Daten zum Kulturengagement der Evangelischen Kirche in Deutschland und ihrer Gliedkirchen, in: Olaf Zimmermann / Theo Geißler (Hg.), Die Kirchen, die unbekannte kulturpolitische Macht (aus politik und kultur 2), Berlin 2007, 98-101
    (https://www.kulturrat.de/wp-content/uploads/2016/05/PK-Die-Kirchen.pdf)
    [Nachdruck aus: politik und kultur. Zeitschrift des Deutschen Kulturrats September/Oktober 2006].
  • Theologische Leitlinien der EKD zum Dialog der Religionen, in: KJ 131/132 (2004/2005), Gütersloh 2007, 3-41.
  • Die Bibel in gerechter Sprache und andere neue Übertragungen, in: KJ 133 (2006), Gütersloh 2008, 39-82.
  • „Ob Er das Jus Patronatus praetendire oder der Gemeinde die freie Wahl wollte gestatten?“ Das Patronat der reformierten Kirchengemeinde Schwerte im Jahr 1715, in: Thomas K. Kuhn / Hans-Georg Ulrichs (Hg.), Reformierter Protestantismus vor den Herausforderungen der Neuzeit. Vorträge der sechsten Emder Tagung zur Geschichte des reformierten Protestantismus (EBzrP 11), Wuppertal 2008, 173-180.Die Barmer Theologische Erklärung im Kontext des „Kirchenkampfes“ 1933-1945, in: 75 Jahre Barmer Theologische Erklärung. Eine Arbeitshilfe zum 31. Mai 2009, hg. v. Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland / Amt der Union Evangelischer Kirchen in der EKD / Amt der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands, [Hannover 2009,] 11-12.
    [Wieder abgedruckt in: Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche von Westfalen (Hg.), Die Barmer Theologische Erklärung von 1934. Hintergrundinformationen und Dokumente des maschinenschriftlichen Originals aus Landeskirchlichen Archiv der EKvW, Bielefeld 2009;
    wieder abgedruckt in: Gert Bubolz / Klaus Otto, Neue Akzente Religion. Für den Religionsunterricht in der Sekundarstufe II. B. 5: Kirchenansichten. Gemeinsam Gott suchen, München 2012, 114f.;
    wieder abgedruckt in: Andreas Bröchtling / Karsten Wernecke, Die Kirche und ihre Aufgabe in der Welt. Oberstufe Evangelische Religion, Stuttgart u.a. 2013, 44f.]
  • Erstaunlich modern, dieser Calvin. Ein Portrait des Reformators anlässlich seines 500. Geburtstags am 10. Juli 2009, in: Einsichten aus Kunst und Wissenschaft. Vorträge der 123. Tagung der Evangelischen Forschungsakademie. 29. Mai – 1. Juni 1009. Evangelisches Kloster Drübeck, hg. v. Christian Ammer, [Hannover 2009,] 32-46.
  • Orthodoxie im Kolleg. Otto Webers Calvin-Vorlesung 1936, in: Matthias Freudenberg / Marius J. Lange van Ravenswaay, Calvin und seine Wirkungen. Vorträge der 7. Emder Tagung zur Geschichte des reformierten Protestantismus (EBzrP 13), Neukirchen 2009, 205-214.
  • Der wahre Glaube, in: Christlicher Glaube. Predigtreihe zu Abschnitten aus Calvins Katechismen, hg. v. Jürgen Kaiser / Meike Waechter (Schriftenreihe der Französischen Kirche zu Berlin 3), Berlin 2009, 51-56.
  • „Christlicher Glaube und nichtchristliche Religionen“ und „Klarheit und gute Nachbarschaft“. Die EKD-Texte 77 und 86, in: KJ 131/132 (2004/2005), Gütersloh 2011, 124-168.
  • „Allerley kleine Papiere … von gar keiner Bedeutung“? Das Archiv, die Kirche, die Geschichte und der Respekt, in: Archivmitteilungen, hg. v. Landeskirchlichen Archiv der EKvW, Nr. 22 2013/14, 178-184.
    (https://www.archiv-ekvw.de/fileadmin/mcs/archiv_ekvw/archivmitteilungen/Archivmitteilungen_22_2013_2014.pdf)
  • Das Patronat. (K)eine überholte kirchenrechtliche Institution, in: Christian Ammer (Hg.), Wege zum Ziel. Evangelische Forschungsakademie. Beiträge der Pfingsttagung 2014, Hannover 2014, 155-178.
  • zusammen mit Ulrich Hirtzbruch / Matthias Nagel, Eine richtige Kirche hat eine Orgel, in: Die Roetzel-Orgel der St.-Georgs-Kirche zu Hattingen. Festschrift anlässlich der Wiedereinweihung am 25. Oktober 2014 nach der Restaurierung durch Orgelbaumeister Harm Dieder Kirschner [Hattingen 2014], 35-39.
  • „Ein bisschen Frieden“. Zum Verhältnis von Schlager und Kirche, in: Vicco von Bülow / Matthias Nagel (Hg.), Ein bisschen Frieden. Schlager und Kirche im Gespräch, Bielefeld 2014, 12-15.
  • zusammen mit Frank Pierel, Taufe, in: Folkert Fendler (Hg. i. A. der Liturgischen Konferenz), Qualität im Gottesdienst. Was stimmen muss. Was wesentlich ist. Was begeistern kann, Gütersloh 2015, 75-84.
  • Fotografieren und Filmen, in: Folkert Fendler (Hg. i. A. der Liturgischen Konferenz), Qualität im Gottesdienst. Was stimmen muss. Was wesentlich ist. Was begeistern kann, Gütersloh 2015, 287-292.
  • „Um das reformatorische Erbe lebendig zu halten und weiter auszubreiten“ – Das Verbindungsmodell von EKD, UEK und VELKD, in: Annette Kurschus (Hg.), Mit Talent und Freude. „Bewahre, was dir anvertraut ist“ (1. Timotheus 6,20). Klaus Winterhoff zum Abschied, Bielefeld 2016, 135-172.
  • „Ein Teil der neuzeitlichen Freiheitsgeschichte.“ Zum vorliegenden Band, in: Annette Kurschus / Vicco von Bülow (Hg.), Die Entdeckung des Individuums? Wie die Reformation die Moderne geprägt hat, Bielefeld 2017, 17-21.
  • Otto Weber, in: Zwischen Bekenntnis und Ideologie. 100 Lebensbilder des rheinischen Protestantismus im 20. Jahrhundert, hg. v. Thomas Martin Schneider / Joachim Conrad / Stefan Flesch, Leipzig 2018, 325-327.

Lexikonartikel:

Predigten, Artikel, Vorworte u.a.:

  • Geh aus, mein Herz, und suche Leid. Eine Andacht zu Robert Gernhardt, in: „Mein Sprachgesell“. Paul Gerhardt 1607-2007 (Arbeitsstelle Gottesdienst. Zeitschrift der Gemeinsamen Arbeitsstelle für gottesdienstliche Fragen der EKD 20. Jg. 2006, Heft 2), 73-77.
  • Kehrtwende einfordern. Wer bei den Menschenrechten nicht wegsieht, kann auch beim olympischen Sport hinsehen, in: Die Kirche. Evangelische Wochenzeitung [Berlin] 32/2008, 1
    [unter dem Titel „Ein Boykott hätte den Sportlern geschadet. Wer bei den Menschenrechten nicht wegsieht, kann auch beim olympischen Sport hinsehen“ wieder abgedruckt in: Kasseler Sonntagsblatt 32/2008, 4].
  • Wie ist Christus in den Elementen präsent? Vom Abendmahlsstreit bis zur Abendmahlsgemeinschaft, in: CALVIN. Magazin zum Calvin-Jahr 2009, hg. v. Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland und v. Reformierten Bund in Deutschland, [Frankfurt am Main 2008] 41. (https://www.calvin.de/Calvin_Heft_72dpi.pdf)
  • „Niederblickend erschrickt man…“ Stefan Zweigs Polemik gegen Calvin, in: CALVIN. Magazin zum Calvin-Jahr 2009, hg. v. Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland und v. Reformierten Bund in Deutschland, [Frankfurt am Main 2008,] 70-71.
    (https://www.calvin.de/Calvin_Heft_72dpi.pdf)
  • Gottlob! Um Himmels Willen, in: Laatzener Woche 12. Jg., v. 10.02.2010, 4.
  • Mein Körper. Um Himmels Willen, in: Laatzener Woche, 12. Jg., v. 24.03.2010, 4.
  • Fragen und Antworten [zu Taufe und Freiheit], in: Kirchenamt der EKD (Hg.), Taufe und Freiheit [Themenheft zum Reformationsdekadenjahr 2011, Hannover 2010], 12f.
    (https://www.evangelisch.de/inhalte/113368/09-09-2012/Was%20hat%20Taufe%20mit%20Freiheit%20zu%20tun%3F)
    [Wieder abgedruckt unter dem Titel „Was hat Taufe mit Freiheit zu tun?“ in: Matthias Küsters, Biblische Menschenbilder. Wandlungen und Umwandlungen (Religion betrifft uns, Bd. 5), Aachen 2011, 15].
  • Gottes Vertrauensvorschuss. Andacht über den Predigttext für den Ewigkeitssonntag: Lukas 12,42-48, in: Unsere Kirche. Evangelische Zeitung für Westfalen und Lippe Nr. 47 v. 20.11.2011, 3.
  • Grußwort, in: Jürgen Bahl (Hg.), Festschrift zum Jubiläum: 90 Jahre Kirchenchor – 80 Jahre Bläserchor in der Ev. Kirchengemeinde Ickern-Henrichenburg [Ickern 2012], S. 48
  • „Was heißt eigentlich Pfingsten?“, in: Westfalenblatt Nr. 122 v. 26./27./28.05.2012.
  • „Kunst ist schön, macht aber auch viel Arbeit“ – Geleitwort des Kulturdezernenten der Evangelischen Landeskirche von Westfalen: in Albrecht Geck (Hg.), Kirche – Kunst – Kultur. Recklinghausen und darüber hinaus (Recklinghäuser Forum zur Geschichte von Kirchenkreisen 6), Münster 2013, 12f.
  • zusammen mit Ulrich Möller, Vorwort, in: 40 Jahre Leuenberger Konkordie. Kirchengemeinschaft als zukunftsweisendes Modell kirchlicher Einheit? (epd-Dokumentation Nr. 43 v. 22.10.2014), 4-6.
  • Kirchengemeinschaft erklärt und verwirklicht. Predigt über Gen. 11,1-9 anlässlich des 40jährigen Jubiläums der Leuenberger Konkordie am 17. März 2013 in St. Petri Dortmund, in: 40 Jahre Leuenberger Konkordie. Kirchengemeinschaft als zukunftsweisendes Modell kirchlicher Einheit? (epd-Dokumentation Nr. 43 v. 22.10.2014), 27-29
    [wieder abgedruckt in: Michael Bünker / Bernd Jäger (Hg.), 1973 – 2103. 40 Jahre Leuenberger Konkordie. Dokumentationsband zum Jubiläumsjahr 2013 der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa, hg. i.A. des Rates der der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa, Wien 2014, 30-35].
  • zusammen mit Michael Weinrich, Ulrich Möller, Heike Koch: Vorwort, in: Michael Weinrich, Ulrich Möller, Vicco von Bülow, Heike Koch (Hg.), Kirchen in Gemeinschaft – Kirchengemeinschaft? Impulse der Leuenberger Konkordie für die ökumenische Zukunft, Neukirchen-Vluyn 2014, 5-10.
  • zusammen mit Matthias Nagel, Vorwort. Zu diesem Band, in: Vicco von Bülow / Matthias Nagel (Hg.), Ein bisschen Frieden. Schlager und Kirche im Gespräch, Bielefeld 2014, 9.
  • „Fehlerfrei“. Schlager-Andacht zu Helene Fischer, in: Vicco von Bülow / Matthias Nagel (Hg.), Ein bisschen Frieden. Schlager und Kirche im Gespräch, Bielefeld 2014, 96-99.
  • David und Saul – Musik als Therapie, Andacht über den Predigttext für den Sonntag Kantate: 1.Samuel 16,14-23, in: Unsere Kirche. Evangelische Zeitung für Westfalen und Lippe Nr. 19 v. 30.04.2015, 3.

Rezensionen:

  • Dagmar Herbrecht / Ilse Härter / Hannelore Erhart (Hg.), Der Streit um die Frauenordination in der Bekennenden Kirche. Quellentexte zu ihrer Geschichte im Zweiten Weltkrieg, Neukirchen-Vluyn 1997, in: cristianesimo nella storia 21 (2000), 490-496.
  • Edith Stallmann, Martin Stallmann – Ein westfälischer Pfarrer im Kirchenkampf (1934-1948) (BWKG 11), Bielefeld 1996, in: ThLZ 126 (2001), 1067-1069.
  • Michael Diener, Kurshalten in stürmischer Zeit. Walter Michaelis (1866-1953) – Ein Leben für Kirche und Gemeinschaftsbewegung (Kirchengeschichtliche Monographien 1), Gießen / Basel 1998, in: JWKG 96 (2001), 336-339.
  • Hartmut Fritz, Otto Dibelius. Ein Kirchenmann in der Zeit zwischen Monarchie und Diktatur (AKZG.B 27), Göttingen 1998, in: JWKG 96 (2001), 340-342.
  • Rainer Auts, Opferstock und Sammelbüchse. Die Spendenkampagnen der freien Wohlfahrtspflege vom Ersten Weltkrieg bis in die sechziger Jahre (Forschungen zur Regionalgeschichte Bd. 37), Paderborn u. a. 2001, in: JWKG 97 (2002), 329-333.
  • Gottfried Michaelis, Rudolf Hardt. Sein Wirken für Bethel, Bielefeld 1998, in: JWKG 97 (2002), 333-335.
  • Robert Stupperich (Hg.), Westfälische Lebensbilder Bd. 16 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen BXXVII A), Münster 2000, in: Westfälische Forschungen 52 (2002), 824-826.
  • Kloster – Stadt – Region. Festschrift für Heinrich Rüthing, hg. v. Johannes Altenberend in Zusammenarb. m. Reinhard Vogelsang (Sonderveröffentlichungen des Historischen Vereins für die Grafschaft Ravensberg 10), Bielefeld 2002, in: JWKG 98 (2003), 399-401.
  • Henning P. Jürgens, Johannes a Lasco in Ostfriesland. Der Werdegang eines europäischen Reformators (Spätmittelalter und Reformation. Neue Reihe 18), Tübingen 2002, in: JWKG 98 (2003), 401-404
  • Alexander König / Holger Rabe / Gerhard Streich (Hg. i. A. der Stadt Höxter), Höxter. Geschichte einer westfälischen Stadt. Bd. 1: Höxter und Corvey im Früh- und Hochmittelalter, Hannover 2003, in: JWKG 99 (2004), 513-515.
  • Helmut Müller (Bearb.), Urkunden des Klosters Hardehausen (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen 37 / Westfälische Urkunden. Texte und Regesten 9), Paderborn 2002, in: JWKG 99 (2004), 516-518.
  • Roland Pieper, Historische Klöster in Westfalen-Lippe. Ein Reisehandbuch (Kulturlandschaft Westfalen 7), Münster 2003, in: JWKG 99 (2004), 518-520.
  • Bettina Braun / Frank Göttmann / Michael Ströhmer (Hg.), Geistliche Staaten im Nordwesten des Alten Reiches. Forschungen zum Problem frühmoderner Staatlichkeit (Paderborner Beiträge zur Geschichte 13), Paderborn 2003, in: JWKG 100 (2005), 621-623.
  • Anneliese Spengler-Ruppenthal, Gesammelte Aufsätze. Zu den Kirchenordnungen des 16. Jahrhunderts (Jus Ecclesiasticum 74), Tübingen 2004, in: Luther 77 (2006), 189-190.
  • Hans-Josef Schmalor, Die westfälischen Stifts- und Klosterbibliotheken bis zur Säkularisation. Ergebnisse einer Spurensuche hinsichtlich ihrer Bestände und inhaltlichen Ausrichtung (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen XLIV u.a.), Paderborn 2005, in: JWKG 102 (2006), 600-602.
  • Wilhelm Hüffmeier / Christa Stache, Jebensstraße 3. Ein Erinnerungsbuch, Berlin 2006, und Bernd Hey (Hg.), Kirchenleitung in Bielefeld. 50 Jahre Landeskirchenamt am Altstädter Kirchplatz (Schriften des Landeskirchlichen Archivs 8), Bielefeld 2006, in: JWKG 103 (2006), 385-387.
  • Herbert Vorgrimler, Theologie ist Biographie. Erinnerungen und Notizen, Münster 2006, in: JWKG 103 (2006), 388-389.
  • Zürcher Bibel. Zürich 2007, in: Jugend (Arbeitsstelle Gottesdienst. Zeitschrift der Gemeinsamen Arbeitsstelle für gottesdienstliche Fragen der EKD 22. Jg. 2008, Heft 1), 76-77.
  • Matthias Benad / Hans-Walter Schmuhl (Hg.), Bethel – Eckardtsheim. Von der Gründung der ersten deutschen Arbeiterkolonie bis zur Auflösung als Teilanstalt (1882-2001), Stuttgart 2006, in: MEKGR 57 (2008), 344-347.
  • 1509 – Johannes Calvin – 2009. Sein Wirken in Kirche und Gesellschaft hg. v. Martin Ernst Hirzel / Martin Sallmann unter Mitarb. v. Kerstin Groß (Beiträge zu Theologie, Ethik und Kirche 4), Zürich 2009, in: Luther 80 (2009), 190-191[in leicht veränderter Form wieder abgedruckt in: Hugenotten 73 (2009), Heft 4, 146-147].
  • Jens Murken (i.A. der Evangelischen Kirche von Westfalen), Die evangelischen Gemeinden in Westfalen. Ihre Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart. Band 1: Ahaus bis Hüsten (Schriften des Landeskirchlichen Archivs der Evangelischen Kirche von Westfalen 11), Bielefeld 2008, in: JWKG 106 (2009), 521-525.
  • Eberhard Hauschildt / Tibor Attila Anca (Hg.), Studienhaus im Wandel. 150 Jahre Evangelisch-Theologisches Stift „Hans-Iwand-Haus“ der Universität Bonn, Rheinbach 2006, in: MEKGR 59 (2010), 322-324.
  • Martin H. Jung, Philipp Melanchthon und seine Zeit, Göttingen 2010, in: Luther 82 (2011), 71-72.
  • Hans-Helmar Auel (Hg.), Jesus der Messias. Gottesdienste zur Messiasfrage. Göttingen 2011, in: Kirchliches Amtsblatt der Ev. Kirche von Westfalen, Nr. 4 v. 20.04.2012, 91.
    (alle Rezensionen im Kirchlichen Amtsblatt der EKvW sind online unter https://www.kirchenrecht-ekvw.de/list/kirchliches_amtsblatt einzusehen)
  • Eberhard Winkler, Freiheit und Verantwortung. Warum Luther aktuell ist, Leipzig 2013, in: Luther 85 (2014), 132f.
  • Wilhelm Gräb, Predigtlehre. Über religiöse Rede, Göttingen 2013, in: Kirchliches Amtsblatt der Ev. Kirche von Westfalen, Nr. 8 v. 30.08.2014, 138f.
  • Isolde Karle, Liebe in der Moderne. Körperlichkeit, Sexualität und Ehe, Gütersloh 2014, in: Kirchliches Amtsblatt der Ev. Kirche von Westfalen, Nr. 12 v. 30.12.2014, 373.
  • Für uns gestorben. Die Bedeutung von Leiden und Sterben Jesu Christi. Ein Grundlagentext des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Gütersloh 2015, in: Kirchliches Amtsblatt der Ev. Kirche von Westfalen, Nr. 6 v. 30.06.2015, 134f.
  • Evangelische Kirchenordnungen des 16. Jahrhunderts, begründet von Emil Sehling, fortgeführt von der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, herausgegeben von Eike Wolgast, Band XXI: Nordrhein-Westfalen I: Die Vereinigten Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg, das Hochstift und die Stadt Minden, das Reichsstift und die Stadt Herford, die Reichsstadt Dortmund, die Reichsabtei Corvey, die Grafschaft Lippe, das Reichsstift und die Stadt Essen. Tübingen, 2015, in: Kirchliches Amtsblatt der Ev. Kirche von Westfalen, Nr. 6 v. 30.06.2016, 205.
  • Petra Bosse-Huber / Serge Fornerod / Thies Gundlach / Gottfried Wilhelm Locher (Hg.), 500 Jahre Reformation: Bedeutung und Herausforderungen. Internationaler Kongress zum Reformationsjubiläum 2017, Zürich / Leipzig 2014, in: Luther 87 (2016), 177-178.
  • Kirchenamt der EKD (Hg.), Christlicher Glaube und religiöse Vielfalt in evangelischer Perspektive. Ein Grundlagentext des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Gütersloh 2015, in: Kirchliches Amtsblatt der Ev. Kirche von Westfalen, Nr. 11 v. 30.11.2015, 268-270.
  • Stephan Goldschmidt (Hg.), Ein Wort so viel Wert wie das Leben. Literaturgottesdienste, Freiburg im Breisgau 2016, in: Liturgie und Kultur. Zeitschrift der Liturgischen Konferenz für Gottesdienst, Musik und Kunst (8) 2017, Heft 3, 122f.
  • Robert Stupperich, Westfälische Reformationsgeschichte. Historischer Überblick und theologische Einordnung. Im Auftrag des Vereins für Westfälische Kirchengeschichte e.V. neu herausgegeben und um aktuelle Literaturangaben ergänzt von Ulrich Rottschäfer, Bielefeld 2017, in: Kirchliches Amtsblatt der Ev. Kirche von Westfalen Nr. 7 v. 31.08.2017, 112f.
  • Holger Pyka, Versteht man, was du liest? Praxisbuch für den Gottesdienst, Bielefeld 2016, in: Kirchliches Amtsblatt der Ev. Kirche von Westfalen Nr. 7 v. 31.08.2017, 113.
  • Handbuch Weltanschauungen, Religiöse Gemeinschaften, Freikirchen, im Auftrag der Kirchenleitung der VELKD hg. v. Matthias Pöhlmann / Christine Jahn, Gütersloh 2015, in: Kirchliches Amtsblatt der Ev. Kirche von Westfalen, Nr. 11 v. 30.11.2017, 182f.
  • Evangelische Kirchenordnungen des 16. Jahrhunderts, begründet von Emil Sehling, fortgeführt von der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, herausgegeben von Eike Wolgast, Band XXI: Nordrhein-Westfalen II: Das Erzstift Köln, die Grafschaften Wittgenstein, Moers, Bentheim-Tecklenburg und Rietberg, die Städte Münster, Soest und Neuenrade, die Grafschaft Lippe (Nachtrag). Tübingen, 2017, in: Kirchliches Amtsblatt der Ev. Kirche von Westfalen, Nr. 12 v. 29.12.2017, 213f.
  • Ulrich H. J. Körtner, Luthers Provokation für die Gegenwart. Christsein – Bibel – Politik, Leipzig 2018, in: Luther 3 (2019), 191.
  • Wolfgang Huber, Dietrich Bonhoeffer. Auf dem Weg zur Freiheit. Ein Porträt, München 2. Aufl. 2019, in: Kirchliches Amtsblatt der Evangelischen Kirche von Westfalen, Nr. 1 v. 31.01.2020, 7f.
  • Notger Slenczka, Theologie der reformatorischen Bekenntnisschriften. Einheit und Anspruch, Leipzig 2020, in: Kirchliches Amtsblatt der Evangelischen Kirche von Westfalen [erscheint demnächst]
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Theologie at it’s best

Theologie at it’s best“ – so hat der Zeitzeichen-Chefredakteur Reinhard Mawick die theologische Diskussion auf der Vollversammlung der Union Evangelischer Kirchen (UEK) bezeichnet, in der es am 9. November 2020 um das Votum des Theologischen Ausschusses der UEK zu „Gottes Handeln in der Erfahrung des Glaubens“ ging.

Mawick fasste zusammen, wie der Ausschussvorsitzende Prof. Dr. Michael Beintker das Votum einführte:

Fünf Jahre habe sich der Ausschuss damit beschäftigt, so Beintker in seiner Einbringungsrede und gleich zu Anfang betonte er: „Die Frage nach dem Handeln Gottes hat für den Glauben allergrößtes Gewicht, sie berührt gleichsam seine Schlagader.“

Auf der anderen Seite skizzierte Beintker die Alternative: „Was wäre von einem Gott zu halten, zu dessen höchster Vollkommenheit es gehört, selbstversunken ausschließlich um sich selbst zu kreisen oder irgendwo ein weltentzogenes Dasein am menschlichen Ideenhimmel zu fristen?“

Dass dies für ihn, Beintker, keine Alternative sei, wurde in der folgenden Viertelstunde deutlich, etwas für theologische Feinschmecker, ja, aber, und das ist die große Stärker Beintkers, etwas für theologische Feinschmeckerinnen und Feinschmecker aller Fachbereiche, denn Beintker verfügt über die Gabe, umfassende Dinge komprimiert, aber dabei eben nicht zu komplex zu formulieren, sondern in wunderbarer Weise elementar zu bleiben. Zum Beispiel, wenn er fragt: „Was ist eigentlich Handeln? Um dann fortzufahren: „Schon im Blick auf das menschliche Handeln ist diese Frage nicht leicht zu beantworten. Ist jedes Wirken ein Handeln? Ist jedes Verhalten ein Handeln? Was unterscheidet das Verhalten vom Handeln? Und lässt sich unter Umständen auch das Nicht-Handeln als Handeln auffassen? Was schon im Blick auf das menschliche Handeln nur scheinbar leicht zu beantworten ist, wird im Blick auf Gottes Handeln zu einer hochkomplexen Herausforderung für das Nachdenken.“

Dann kommt das Thema Corona. Für Beintker ist klar: „Die Corona-Krise ist nicht die erste Zumutung für die Rede vom Handeln Gottes und sie wird auch nicht die letzte Zumutung dieser Art bleiben.“ Er erinnert daran, dass es kürzlich eine öffentliche Kontroverse gegeben habe, „ob zwischen der Corona-Pandemie und dem Gericht Gottes ein Zusammenhang bestehe“. Beintkers Antwort: „Man müsste ein Prophet sein, um bei der Antwort auf diese Frage in der einen oder anderen Richtung das Richtige zu treffen.“ Aber es würde seiner Ansicht nach doch sehr weiterhelfen, wenn man sich klarmachte, dass zwischen der „Allmacht Gottes“ und der Vorstellung  von „einer alles und jedes unmittelbar bewirkenden Allwirksamkeit erhebliche Unterschiede bestehen.“

Deshalb dürften „Allmacht und Allwirksamkeit … auf keinen Fall gleichgesetzt werden“. Gott könne eben nicht auf das „moderne ,Aktitivitätsparadigma‘“ festgelegt werden, „demzufolge nur als wirklich gilt, was wirksam ist und Wirkung entfaltet“. Beintker: „Der allmächtige Gott hat ein Recht auf Passivität“. Der Respekt davor, so der Theologe weiter, lindere zwar nicht „unsere Anfechtung“,  aber könne vor dem „Missverständnis“ bewahren, die Corona-Pandemie sei ein „der Wirklichkeit Gottes entzogenes Aktionsfeld.“

Als stellvertretender Vorsitzender des theologischen Ausschusses habe ich gerne an der Erstellung dieses Votums mitgewirkt. Das Zusammenspiel von Theologie und Kirche liegt mir am Herzen; wenn es glückt, bin ich froh darüber.

(Das Votum wird – samt dem Einführungsvortrag – demnächst in der UEK-Reihe „Evangelische Impulse“ als Buch veröffentlicht.)

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Respekt, Stephan Schaede!

Die 11 Punkte seines „Corona-Panoramas“ auf zeitzeichen.net sind die beste kirchlich-theologische Deutung der Gegenwart, die ich bisher wahrgenommen habe. Ich ertappe mich beim Lesen ständig dabei, „Ja, ja!“ zu sagen. Sowohl bei den Punkten, wo er klug Position zu bekannten Fragen einnimmt. Als auch bei den Punkten, wo er aufmerksam auf vergessene oder verdrängte Fragen hinweist. Und nicht zuletzt bei den Punkten, wo er unaufgeregt auf allzu schnelle Antworten verzichtet. In dieser Richtung will ich auch weiter nachdenken!

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Zum evangelischen Kirchen- und Amtsverständnis

Einige Stichworte im Dialog der Evangelischen Kirche von Westfalen mit der Neuapostolischen Kirche [<- hinter diesen Links verbergen sich Berichte über einen gemeinsamen Studientag beider Kirchen am 7. März 2020 in Haus Villigst]

Kirchenverständnis:

CA (Confessio Augustana / Augsburger Bekenntnis von 1530), Artikel VII:
„Es ist aber die Kirche die Versammlung der Heiligen, in der das Evangelium rein gelehrt wird und die Sakramente[Taufe und Abendmahl] richtig [=evangeliumsgemäß] verwaltet werden.“

CA VIII:
„da in diesem Leben viele böse Menschen und Heuchler darunter sind“

Unter Apostolizität wird evangelischerseits die Übereinstimmung der heutigen Kirche mit dem in der Bibel enthaltenen Evangelium von Jesus Christus verstanden. Die institutionelle Apostolizität (in Person von Bischöfen oder Aposteln) gehört zum „bene esse ecclesiae“, kann also gut und hilfreich sein, ist aber akzidentiell und nicht substantiell.

Amtsverständnis:

 CA V:
„damit wir diesen Glauben erlangen, ist das Amt zum Lehren des Evangeliums und Austeilen der Sakramente eingesetzt worden“

Zum Amt gehören Ausbildung und Beauftragung/Ordination. Es ist eingebunden in eine zu aktualisierende Tradition; es hat keine heilige Dignität sondern Funktionalität.

Otto Weber, Grundlagen der Dogmatik,
Bd. 2, Neukirchen-Vluyn 7. Auflage 1987, S. 635:
Das gegliederte Amt
(Amt und Charisma.) Die in der Gemeinde zu verrichtenden Dienste bestimmen sich nach den Gaben, die der Gemeinde gewährt sind, und damit den Aufgaben, die sich ihr Stellen. Da aller kirchliche Dienst unter dem verkündigten Wort geschieht, so gebührt dem „Dienst am Wort“ der wichtigste Platz. Er kann aber nicht recht geschehen, wenn nicht zugleich solche Dienste verrichtet werden, die der Erhaltung der Gemeinde in der Disziplin („Zucht“) und in der Liebe gewidmet sind. Diese Dienste gehören zum „Amt“ in der Gemeinde, sind ihm nicht unterstellt, sondern innerhalb der Bruderschaft beigeordnet und bilden mit ihm zusammen das Amt in der Gemeinde. Das ministerium ecclesiasticum ist mehrfältig. Es ist zugleich von der Art, dass es für andere, neu als nötig erkannte Dienste offen ist.“

Kirchenordnung der Ev. Kirche von Westfalen:

KO Grundartikel I-IV:
– Jesus Christus – AT und NT – Rechtfertigung
– Lutherische – Reformierte – Unierte Gemeinden, Bedeutung der Barmer Theologischen Erklärung
– Diener am Wort achten und wahren Bekenntnisstand der Gemeinden, Zulassung aller zum Abendmahl
– Innere Gemeinschaft, Gemeinschaft mit anderen reformatorischen Kirchen

KO Art. 1:
„im Vertrauen auf den dreieinigen Gott, der Israel erwählt hat und ihm die Treue hält“

KO Art. 6ff:
Die Kirchengemeinde –> presbyterial-synodaler Aufbau (Ev. Kirche von Westfalen, Unsere Geschichte. Unser Selbstverständnis (2015), S.8)

KO Art. 18ff:
Ämter und Dienste in der Kirchengemeinde:
Pfarrer/innen, Prediger/innen, Prädikant/innen, Presbyter/innen,
weitere Ämter und Dienste (Kirchenmusiker/innen, Diakone/Diakoninnen, Gemeindepflege und Diakoniestationen, Gemeindepädagog/inn/en, Sozialpädagog/inn/en, Erzieher/innen, Küster/innen, Verwaltung)
Frauenordination seit 1974 (Unsere Geschichte, S. 14)

KO Art. 84 ff.:
Der Kirchenkreis (Superintendent/in, Kreissynodalvorstand)

KO Art. 117 ff:
Die Landeskirche (Landessynode, Kirchenleitung, Landeskirchenamt, die Präses als Vorsitzende der Landessynode + als Leitende Geistliche ≈ Bischöfin in anderen evangelischen Kirchen + als Vorgesetzte des Landeskirchenamts)

KO Art. 156 ff:
Die landeskirchlichen Ämter und Einrichtungen

(KO Art. 167ff: Der Dienst an Wort und Sakrament ≈ Kirchliche Lebensordnung)

Leitsätze der EKvW
( Ev. Kirche von Westfalen, Unser Glaube. Unser Leben. Unser Handeln (2015), S. 20ff.)

  • Wir machen uns auf den Weg zu den Menschen.
  • Wir sind offen und einladend.
  • Wir feiern lebendige Gottesdienste.
  • Wir begleiten die Menschen.
  • Wir bieten Orientierung.
  • Wir machen uns für Menschen stark.
  • Wir machen Menschen Mut zum Glauben. 
  • Wir nehmen gesellschaftliche Verantwortung wahr.
  • Wir laden zu aktiver Mitgestaltung und Beteiligung ein.
  • Wir fördern die weltweite Ökumene mit anderen Kirchen.

Volkskirche:
nicht mehr Kirche des Volkes, sondern Kirche für das Volk
Barmer Theologische Erklärung (1934), These VI:
„Der Auftrag der Kirche, in welchem ihre Freiheit gründet, besteht darin, an Christi Statt und also im Dienst seines eigenen Wortes und Werkes durch Predigt und Sakrament die Botschaft von der freien Gnade Gottes auszurichten an alles Volk.“

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Kirchliches Wissenschaftliches

#nedika2020

Nedika2020 – das steht für „Netzwerk Digitalisierung Kassel 2020“.
Ein Netzwerktreffen zu „Digitalisierung, Theologie und Ethik“, das die EKD zusammen mit weiteren Partnern am 21./22. Februar in den Räumen der ECKD in Kassel organisiert hat.

Das Tagungsprogramm war erstmal karg: Es gab viele Leerräume bei
– Ankommen,
– Begrüßung,
– Kennenlernen,
– Themen identifizieren,
– Vernetzungsräumen,
– Arbeitsgruppen ohne Titel, deren Ergebnisse im Plenum präsentiert werden sollten,
– einer Blitzlichtrunde,
– dem obligatorischen Reisesegen,
– der obligatorischen Morgenandacht und
– natürlich, einem kirchenleitenden Grußwort.

Zusammen mit Bernd Tiggemann fuhr ich als Vertreter der Evangelischen Kirche von Westfalen mit gemischten Erwartungen nach Kassel. Sicher, Theologie und Ethik der Digitalisierung sind wichtige Themen – aber war da genug Input zu erwarten? Das Ganze schien doch sehr von den Teilnehmern abzuhängen. Im Bahnhof Kassel dann die ersten Begegnungen mit bereits und noch nicht Bekannten, die Vernetzung setzte sich auf dem Weg übers Hotel ins Tagungszentrum fort – ein guter Anfang.

Und es ging gut weiter: 60 Leute waren dabei, die alle ein großes Interesse an Digitialisierung UND an Theologie UND an Ethik hatten. UND aneinander. Manchmal braucht auch die digitale Szene ihre Spiegelung in der Kohlenstoffwelt, mit viel physischer Ko-Präsenz.
Ralph Charbonnier
erinnerte an Leibniz und verortete das Zentrum des Nachdenkens über die Binarität und die Digitalisierung seither in Hannover-Herrenhausen ;-). Stefanie Hoffmann berichtete von der Stabsstelle Digitalisierung im Kirchenamt der EKD und führte in die Andachtsform twaudes ein. Kristin Merle stellte fest, dass digitale Transformationen die wissenschaftliche Theologie zur Neuformulierung zwingen; sie forderte eine Durchdringung der religionskulturellen Gegenwart. Gernot Meier berichtete von den Aktivitäten der badischen Landeskirche in Sachen Digitalisierung und mahnte entsprechenden Ressourceneinsatz an; Wolfgang Loest tat das aus lippischer Perspektive. Frederike van Oorschot wagte eine erste Systematisierung, wie digitale Methoden in die wissenschaftliche Theologie integriert werden können. Denn der Medienwandel verändere die  Vorstellungen von traditionellen theologischen Begriffen, die deshalb neu formuliert werden müssten. Und neue Technologien bräuchten neue Frames und Narrative.

Doch danach ging es erst richtig los und die Leeräume füllten sich. Vernetzung im allerbesten Sinne geschah. Jede/r hatte etwas aus dem eigenen digital-ethisch-theologischen Alltag zu berichten. Und (fast) jede/r hörte aufmerksam zu. Jan Peter Grevel berichtete aus dem württembergischen Digitalisierungsprojekt vom Diskursformat EDS (Ethic Design Sprint). Wir Westfalen gaben Einblick in die Probleme der digitalen Hauptvorlage zu Kirche und Migration mit dem Motto #erlebtvielfalt. Die schon drei Volumes (davon zwei zur Digitalisierung) umfassende Zeitschrift für explorative Theologie „cursor_“ wurde präsentiert. Birte Platow stellte ihre spannende Studie „Selbstwahrnehmung und Ich-Konstruktion im Angesicht von Künstlicher Intelligenz“ vor, in der es u.a. um das Verhältnis von Künstlicher Intelligenz und Gott geht. Und das waren nur einige Ausschnitte, die ich wahrnehmen konnte.

Und das kirchenleitende Grußwort? Horst Gorski bezog sich auf Niklas Luhmann und dessen These, dass jedes neue Medium überschießende Energie bringe, die erstmal ins Chaos führt. Der Buchdruck habe in der Reformation dazu beigetragen, das Verständnis des Evangeliums zu verändern. Der Computer sei dabei, den Diskurscode von wahr _ nicht wahr auf meine Behauptung _ deine Behauptung zu verändern. (Wobei ich ja mit Marc-Uwe Klings „Känguru“ glaube, dass der neue Code witzig_nicht witzig ist. Aber das ist schon wieder eine andere Geschichte. Zurück zu #nedika2020.)

In drei Arbeitsgruppen wurden die Themen gebündelt:
– Kirche, Ekklesiologie und Digitalisierung,
– Anthropologie und Gottesbild, sowie
– Öffentliche Kommunikation und Gesellschaft.

Und nun geht’s weiter: Theologische Workshops sind geplant. Doktoranden und Habilitanden werden sich zu einem Kolloquium treffen. Kontakte in die Wirtschaft sollen ausgebaut werden. Landeskirchen wollen voneinander lernen. Und alle, die bei #nedika2020 dabei waren, nehmen viel Schwung mit von Kassel nach Hause. Denn, wie es ein Teilnehmer zum Abschluss formulierte: „Wir sind viele!“

PS.
Ein Hashtag. Das klingt erstmal trendy. Und so sagt die Moderation zu Beginn der Veranstaltung auch, der dazugehörige Hashtag „trende“ bereits bei Twitter. Da bin ich aber nicht. Bei Instagram bin ich. Da gibts unter dem Hashtag nedika2020 immerhin 7 Bilder mit maximal 35 „Likes“. Ist das schon ein wirklicher Trend?

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Wissenschaftliches

Rezension zu Huber/Bonhoeffer

Rezension für das Kirchliche Amtsblatt der Evangelischen Kirche von Westfalen, Nr. 1 vom 31.01.2020, 7-8.

Wolfgang Huber, Dietrich Bonhoeffer. Auf dem Weg zur Freiheit. Ein Porträt,

C.H. Beck Verlag München 2. Aufl. 2019, ISBN 9783406731372, 336 Seiten, gebunden, 26,95€

Wolfgang Huber hat ein großartiges Buch über Dietrich Bonhoeffer geschrieben. Es ist klug und verständlich zugleich, sowohl historisch präzise als auch aktuell deutend; es verbindet Grundwissen über Dietrich Bonhoeffer mit neuen Deutungen seiner Theologie – und nicht zuletzt lässt es sich auch vor dem Hintergrund von Wolfgang Hubers eigenem Wirken als Theologieprofessor, Bischof und EKD-Ratsvorsitzender lesen. Das erhellt vielfach auch die gegenwärtige Situation von evangelischer Theologie und Kirche in Deutschland.

Huber verhehlt nicht, dass Bonhoeffer für ihn „ein Vorbild“ (34) ist, weil sein Lebenswerk „zu einem der stärksten theologischen Impulse, die aus dem vergangenen Jahrhundert in unsere Gegenwart hinüberwirken“, wurde. Und so ist seine Darstellung von einer tiefen Sympathie durchzogen, ohne unkritisch naiv zu sein; Huber ist dabei gleichzeitig Teil der Wirkungsgeschichte Bonhoeffers und ihr Gegenüber.

Auf schwungvollen 366 Seiten zeichnet Huber ein Porträt, das auf der Grundlage der Biographie in 12 Kapiteln das Denken und Leben Dietrich Bonhoeffers vorstellt und kommentiert.

Nach einem „Prolog: Wer war Dietrich Bonhoeffer?“ und einem Kapitel zu den „Bildungswegen“ des Protagonisten folgen 8 Kapitel zu zentralen Themen der Bonhoefferschen Theologie: „Die Kirche als Vorzeichen vor der Klammer / Billige oder teure Gnade / Die Bibel im Leben und in der Theologie / Christlicher Pazifismus / Widerstand mit theologischem Profil / Mut zur Schuld / Verantwortungsethik / Kein Ende der Religion“, bevor nach einem Schlenker über die „Polyphonie des Lebens“ (in dem es zumeist um Bonhoeffers Verhältnis zur Musik geht) ein „Epilog“ festhält, „was bleibt“.

An drei exemplarischen Punkten sei dies ausgeführt (viele weitere könnten benannt werden):

– Bonhoeffers Dissertation „Sanctorum Communio“ aus dem Jahr 1927 wird von Huber zunächst in ihrem theologiegeschichtlichen Kontext eingeführt, wobei ein quasi nebenbei ein fundierter und gleichzeitig allgemeinverständlicher Durchgang durch das Kirchenverständnis von Schleichermacher, Harnack und Dibelius (vgl. 61-67) entsteht. Dann zeichnet Huber die vier von Bonhoeffer unterschiedenen Kirchentypen konzentrisch nach: Im äußersten Kreis die Taufgemeinde in ihrer volkskirchlichen und in ihrer missionskirchlichen Ausprägung, die Predigtgemeinde im mittleren Kreis und im innersten Kreis die „Abendmahlsgemeinde“ als „Bekennergemeinde“ (75). Damit macht Bonhoeffer in Hubers Darstellung die Gegenüberstellung von Volkskirche und Freiwilligkeitskirche obsolet, die auch heute noch vielfach die Debatte bestimmt.

– Vielzitiert ist Bonhoeffers Satz aus dem Jahr 1944, die Kirche sei „nur Kirche, wenn sie für andere da ist“. Hier befreit Huber Bonhoeffer aus der Umarmung derjenigen, die in dieser Formulierung die „Einseitigkeit ihres aktivistischen Tons“ entweder nicht wahrnehmen oder übertreiben. Huber betont: „Demgegenüber ist festzuhalten, dass die Kirche eine Kirche mit anderen ist, bevor sie eine Kirche für andere sein kann“ (85). Parallel dazu weist er bei seiner Darstellung der Bonhoefferschen Gefängnisbriefe die oft überzeichnete gesellschaftspolitische Deutung von „Widerstand und Ergebung“ zurück, indem er die Briefe in ihrer biographischen Situation 1944 verortet. So sei damit „nicht der politische Widerstand, sondern die innere Revolte gegen das mit der Inhaftierung verbundene Schicksal gemeint“ (166).

– Im Gefängnis dachte Bonhoeffer darüber nach, wie und warum ihm manche religiösen Verhaltensweisen und Denkformen problematisch wurden. Dies führte ihn zu Überlegungen, die theologisch kühn nach vorne denken: „Wir gehen einer völlig religionslosen Zeit entgegen.“ Huber zeigt die „historisch identifizierbare Problemkonstellation“ (241) auf, in der dieser Satz entstand. Er verbindet sie mit den soziologischen, theologischen und historischen Ausführungen zur Religion in den anderen Schriften Bonhoeffers und warnt deshalb davor,  diese Aussagen absolut zu setzen. Dieser Gefahr seien manche westdeutschen Vertreter von Bonhoeffers Rezeptionsgeschichte erlegen: „Die Aussagen über die religionslos gewordene Welt wurden nicht selten als Einladung zur Selbstsäkularisierung der Kirche missverstanden“ (290). Demgegenüber hält Huber schon in der Überschrift des Kapitels programmatisch fest: „Kein Ende der Religion“!

„Was bleibt“? Natürlich sind in der Wirkungsgeschichte prägend „der zugeschriebene Status eines Märtyrers“ (279), die postumen Veröffentlichungen – vor allem die „Ethik“ sowie die Gefängnisbriefe „Widerstand und Ergebung“ – und die Rezeption in der weltweiten Ökumene. Als „Kronzeuge von Protest und Widerstand“ (285) diente und dient Bonhoeffer für diejenigen, die „die Frage der politischen Resistenz, die Verantwortung für den Frieden und die öffentliche Rolle der Kirche“ thematisieren. Hier setzt Huber manchen kritischen Akzent, etwa wenn er „die Neigung, einen Märtyrer für die eigene Position zu instrumentalisieren“ (283), benennt. Er selbst schließt sein Porträt mit dem Ende 1944 im Gefängnis verfassten Neujahrsgedicht Bonhoeffers, das unter dem Titel „Von guten Mächten“ vielfache Rezeption und Vertonung erfahren hat. So kulminiert das Buch in den tröstlichen Versen „Gott ist bei uns am Abend und am Morgen, / und ganz gewiss an jedem neuen Tag“.

In seinen Ausführungen zu Bonhoeffers Religions- und Kirchenverständnis formuliert Huber en passant, aber sicher nicht zufällig, die zentrale Aufgabe für Theologie und Kirche der Gegenwart, nämlich, „das Glaubenswissen auch öffentlich auf neue Weise zum Thema zu machen“ (254). Mit diesem Buch hat er erneut einen Beitrag dazu geleistet. Es ist definitiv lesenswert!